Die "Taumaker" pflegen das alte Handwerk der Reepschläger. In früherer Zeit wurden kurze Taue oder auch lange Seile auf jedem Hof selbst angefertigt.

Auf Handwerkermärkten in Seefeld, Wiefelstede oder beim "Spinnen to'n tokieken un mitmaken" in Spohle freuen sich Kinder und auch Erwachsene wenn für sie ein Springtau angefertigt wird.
Kontakt: Arnold Gerdes     eMail
Bild: NWZ 31.10.2012
Nordwest-Zeitung31.10.2012<http://www.nwzonline.de/ammerland/wirtschaft/richtige-spannung-ist-wichtig_a_1,0,1998462973.html>

Heimatverein
Richtige Spannung ist wichtig
Gruppe „Taumaker" stellt Handwerk der Reepschläger vor
Ihre Arbeit präsentieren die „Taumaker" beim Heimatnachmittag. Besucher können zuschauen und mitmachen.
Tanja Mikulski
Conneforde/Spohle Die „Taumaker" befestigen die weißen und rosafarbenen dünnen Seile an dem Haken des Holzgestells. Dann spannen sie diese über die sogenannte „Reeperbahn", schlingen sie um einen anderen Haken eines weiteren Holzgestells auf der gegenüberliegenden Seite und wieder um den ersten. Das wiederholen die Männer so lange, bis alle vier Haken auf dem einen Holzgestell einmal umschlungen wurden. Erst der linke, dann der rechte, der obere und schließlich der untere. Die Reihenfolge ist wichtig, damit sich die Seile nicht verheddern.
Nun kommt die sogenannte „Katze" zum Einsatz - ein Holzgerät, in das die Seile eingespannt und voneinander getrennt werden. So können sie sich gut drehen. Nun muss nur noch die Kurbel an dem Gestell mit den vier Haken 30-mal für die richtige Spannung gedreht werden, dann kann einer der „Taumaker" auf der gegenüberliegenden Seite in die andere Richtung kurbeln. Die „Katze" setzt sich in Bewegung - einmal hin und wieder zurück - und die Seile verdrehen sich. So entsteht aus dünnen Seilen ein dickes Springseil.
Im Jahre 1992 wurden die „Taumaker" des Heimatvereins Conneforde ins Leben gerufen. Nach zwei Jahren Pause haben sie sich nun neu formiert. Neben Helmut Gerdes und Rolf Schneider aus Conneforde, die von Anfang an mit dabei waren, gehören zu den „Taumakern" Arnold Gerdes (Wiefelstede) sowie Alfred Kuhlmann und Johann Wandscher aus Conneforde. Die Gruppe pflegt das alte Handwerk der Reepschläger. Immer mindestens drei Leute sind nötig, um ein Seil herstellen zu können. Einer betätigt die Kurbel am Holzgestell mit vier Haken, ein weiterer bewegt die „Katze". Der Dritte sitzt auf dem Holzgestell mit nur einem Haken und kurbelt.
Ihr Handwerk wollen die „Taumaker" am Sonntag, 11. November, beim Heimatnachmittag des Heimatvereins Conneforde, „Spinnen to'n tokieken un mitmaken", präsentieren. Kinder können sich dann die Farben für ein Springseil aussuchen und den „Taumakern" beim Drehen über die Schulter schauen oder auch selber mitmachen. Neben den „Taumakern" sind noch weitere Gruppen und Einzelpersonen beim Heimatnachmittag vertreten. „Es sind keine Profis dabei, nur Menschen, die ein spezielles Handwerk als Hobby ausführen", erklärt Hans-Gerd Wefer, Vorsitzender des Heimatvereins.
Von 13 bis 18 Uhr zeigen unter anderem Spinngruppen ihr Können im Spohler Krug in Spohle. Es gibt Hobbyhandwerker zu sehen, die vielfältige Arbeiten wie das Schnitzen, Stricken und Klöppeln präsentieren. Außerdem können Besucher dabei sein, wenn Öl- und Aquarellbilder entstehen und Porzellan bemalt wird. Die Ehepaar-Volkstanzgruppe „Rund um Connefor" hat sich ebenfalls angekündigt. Für das leibliche Wohl sorgt Familie Müller. Der Eintritt ist frei.

Handwerk bei „Spinnen to'n tokieken un mitmaken"
Spinnen/Weben: Halsbeker Spinnköppel, Spinnkoppel Neeborg, Spinnköppel Wiefelstä, Spinnstuv Heimatverein Rastede, Spinn- und Webgruppe, Sengwarder Spinnstube
Holz: Holzschnittarbeiten, Futterhaus- und Holzarbeiten
Malen: Porzellanmalerei, Ölmalerei, Tiffany und Malen, Malen mit Acryl- und Spachtelmasse
Andere Handwerke: „Die Aktiven" (Handarbeiten aller Art), Klöppeln, Besenbinden, Flechtarbeiten, Taumaker, Korbflechten, Binsenstühle
Viele Spinngruppen zeigen beim Heimatnachmittag ihr Können im Spohler Krug.
Die "Taumaker" in alter Besetzung.
M.Schneider G.Behlen Rolf Schneider